Ganz was anderes: Biosphärenreservat und Naturpark

"In Baden-Württemberg mag es bislang keinen Nationalpark geben, dafür haben wir sieben Naturparke und ein Biosphärengebiet. Reicht das nicht?"

 

 

Typisches Bild aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb: Schäfer erhalten die wertvolle Kulturlandschaft.

In der Tat gibt es in Baden-Württemberg bereits einige "Großschutzgebiete". In diese Kategorie fallen neben  Nationalparken eben auch Naturparke und Biosphärenreservate (oder Biosphärengebiete, wie sie in Baden-Württemberg heißen). Obwohl alle Schutzgebietskategorien also verwandt sind, gibt es dennoch riesige Unterschiede. So dient etwa ein Naturpark - trotz seines Namens - kaum dem Naturschutz, sondern soll vor allem Landschaften touristisch erschließen und erlebbar machen.

 

Was steht im Fokus? Nur im Nationalpark hat die Natur das Hausrecht.

Nationalpark: Natur hat Vorrang

Biosphärengebiet: Gleichrang von Natur und Mensch

Naturpark: Mensch hat Vorrang

 

Was soll geschützt werden? Nur der Nationalpark setzt voll auf Wildnis.

Nationalpark: Ursprüngliche Naturlandschaften, echte Wildnis

Biosphärengebiet: Traditionelle Kulturlandschaften, also vom Menschen geprägt

Naturpark: Kulturlandschaften als Erholungsraum, Natur v.a. als Kulisse

 

Wie groß sind die Gebiete? Der Nationalpark ist der kleinste.

Nationalpark: mindestens 10.000 Hektar

Biosphärengebiet: 30.000 bis 130.000 Hektar

Naturpark: unbestimmt, oft über 300.000 Hektar

 

Wie hoch ist die Bedeutung für den Naturschutz? Der Nationalpark ist das Maß aller Dinge.

Nationalpark: hoch

Biosphärengebiet: mittel bis hoch

Naturpark: niedrig bis mittel

 

Wie groß ist die Anziehungskraft? Nationalparke sind Touristenmagnete.

Nationalpark: hoch - sowohl national als auch international

Biosphärengebiet: mittel bis hoch - sowohl national als auch international

Naturpark: beschränkt wegen der Vielzahl an Naturparken und fehlender internationaler Bekanntheit